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Der Entwurf der Dachgestaltung orientiert sich an der historischen Planung von 1907. Das Gebäude besaß 2 große Giebel, die sich zur repräsentativen Hausecke orientierten. Durch die Verbindung der beiden Giebel mit einem hohen Dach wurden das Gebäude zu einem Ensemble verbunden und die Ecke bewusst betont.

Trotzdem verweigert das historische Gebäude jede Achsialsymmetrie. Die Giebel sind bewusst nicht an die Ecke gesetzt, sondern bilden einen Kontrapunkt zu den Balkonen und Erkern. Das Treppenhaus an der Ecke verweigert sich jeder Unterordnung in ein einheitliches Fensterraster.

Diese Vorraussetzungen sollte der neue Entwurf aufnehmen und weiterentwickeln. Das Thema der Giebel und des an der Ecke erhöhten Daches wurde aus der historischen Planung übernommen und in eine zeitgemäße Sprache übersetzt. Die neue Dachhöhe wurde hierbei allerdings über einen Meter niedriger gewählt als historisch, um hier dem Städtebau und den Nutzungsbedürfnissen besser gerecht zu werden.

Die Asymetrie der historischen Giebel und die Schiefwinkligkeit des Gebäudegrundrisses durch die leichte Verschwenkung der Straßen wurden im Entwurf auf neue Weise interpretiert. Der Stumpfe Winkel von ca. 128 Grad ist ein Element, welches im Grundriss, in den Ansichten, den Dachflächen und in der Giebelform immer wieder zu finden ist. Die neuen Giebel bilden die Fortsetzung der historischen Erker. Der seitliche stumpfe Winkel an den Giebeln nimmt das Leitmotiv des Hauses auf und bringt es in die dritte Dimension. Die unterschiedliche Größe der Fassaden wird durch eine unterschiedliche Größe der Giebel in ein Gleichgewicht gebracht.

So wird aus dem zusammenhanglose Gebäude mit Notdach wieder ein einheitliches Ensemble, welches repräsentativ, aber zurückhaltend die Ecke betont. Außerdem wird die städtebauliche Gesamterscheinung, wie sie sich in Richtung Leon-Jessel-Platz zeigt, wieder repariert und vervollständigt.

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Im Inneren des Gebäudes ermöglichen die unterschiedlichen Dachhöhen hochwertige Wohnräume. Sie wirken trotz der geringen Größe hell, offen und großzügig. Die Terrassen haben einen direkten Bezug zu den Wohnküchen. Außerdem sorgt die Verglasungen an den Terrassen zusätzlich für mehr Licht in den Wohnräumen.

Die Dachausstiege zu den Dachterrassen sind in die geplante Dachkontur integriert und von der Straße aus nicht sichtbar. Die Dachfläche wird als Brüstung verlängert. So ist auch die Dachterrasse von der Straße aus nicht sichtbar. Die Dachterrassen können auf diese Weise gemäß den Leitlinien des Bezirksamtes von Charlottenburg-Wilmersdorf erstellt werden.